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Die naturräumlichen Besonderheiten im Naturpark

Der Naturpark in der Weinidylle bietet dem Besucher zahlreiche naturräumliche Schätze, zum Teil mit überregionaler Bedeutung. Viele sind unscheinbar und versteckt, nur weniges ist vordergründig spektakulär und bekannt. Manches davon kann man in ähnlicher Form vielleicht auch anderswo finden, aber die Dichte ist im Südburgenland einfach größer. Und vor allem die Kombination mit der landschaftlichern Schönheit schafft einen unwiderstehlichen Reiz, den Landstrich kennenlernen zu wollen.
Das südliche Burgenland ist eine Kulturlandschaft. Geprägt durch den Weinbau, weitläufige Wiesengebiete und Obstgärten um die Ortschaften ist es eine jahrhunderte alte Landschaft, die vom Menschen und dessen Bedürfnisse geformt wurde. Aber die Landschaft hat auch die Menschen geprägt, die hier aufgewachsen sind und hier leben. Und deren Kultur.

Auf einer "Entdeckungsreise" durch den Naturpark können die Besucher viele dieser Besonderheiten erkunden, einige besonders interessante seien im Folgenden exemplarisch vorgestellt:

Die Pfeifengraswiesen

Zwischen Urbersdorf und Strem erstreckt sich eines der größten noch erhaltenen Feuchtwiesengebiete des Burgenlandes. Hier gibt es auch noch einige botanisch, faunistisch und ökologisch sehr wertvolle und selten gewordene Flächen, die vom horstigen Pfeifengras dominiert werden. Diese Flächen sind Heimat und Rückzuggebiet vieler seltener und einzigartiger Pflanzen- und Tierarten. Leider sind diese Wiesen nicht sehr ergiebig und deshalb immer noch akut bedroht. Weniger vorm Umbrechen, da die Böden nicht sehr hochwertig und schwer zu bearbeiten sind, als vielmehr vor der Aufgabe der Bewirtschaftung. Wenn die Flächen nicht regelmäßig gemäht werden, wachsen sie mit Büschen und Bäumen zu und verschwinden.
Die Zebraspinne
  Der Lungenenzian blüht im August und ist "stark gefährdet". Auf seine Blüten legt der Lungenenzianbläuling, eine Schmetterlingsart, seine Eier ab. Dieser Schmetterling ist damit an das Vorkommen des Enzians gebunden.
Die Gelbe Taglilie ist bereits durch Carolus Clusius im pannonischen Raum nachgewiesen, was als Beweis gilt, dass sie urheimisch und nicht verwildert ist.
 
Der Lungenenzian
 
Die Taglilie
 

Die Schachblumenwiesen

Die Schachblume (Frittilaria meleagris) gehört zu den Liliengewächsen und ist vom Aussterben bedroht. In Österreich gibt es nur noch zwei Stellen, wo die auffällige Blume, die meist in der Osterzeit blüht, vorkommt. Das wichtigste Vorkommen liegt hier im Südburgenland, in den geschützten Schachblumenwiesen und im Auwald zwischen Hagensdorf und Luising (Gemeinde Heiligenbrunn).
Eigentlich ist die Schachblume eine
Auwaldpflanze, aber sie kann sich auch auf den schönen, feuchten Wiesen gut halten, auf denen es noch eine Reihe weiterer botanischer Spezialitäten gibt.

Die Vogelwelt im Naturpark

Das Südburgenland ist eine periphäre Region, wirtschaftlich weitaus schlechter entwickelt als der Großteil Österreichs. Das hat aber auch zur Folge, dass viele negative Entwicklungen der Industrialisierung hier nicht so starke Auswirkungen haben.
So ist die Landschaft in weiten Bereichen noch nicht so ausgeräumt und wesentlich kleinteiliger, als man das von anderswo kennt.
Wiedehopf
Raubwürger
 
Das bietet aber vielen Lebewesen Lebensräume, die es anderswo nicht mehr gibt. Das Südburgenland ist kein gelobtes Land - hier gibt es die selben (ökologischen) Probleme, wie anderswo auch. Aber nicht immer im gleichen Maße. Das zeigt sich auch an einer bemerkenswerten Vogelwelt. In den Weingärten und Streuobstwiesen, die es heir noch reichlich gibt, kann man mit etwas Glück zum Beispiel den seltenen Wiedehopf beobachten, der Ende März/Anfang April aus seinem afrikanischen Winterquartier zurückkehrt. Aber auch der Wendehals oder die Dorngrasmücke werden Vogelfreunde mit der Zunge schnalzen lassen.
Aber auch Wintervogelgäste wie der Raubwürger und zahlreiche Raubvögel wie Turmfalke, Kornweihe, Sperber oder Mäusebussard können gerade in der kalten Jahreszeit häufig im Unteren Pinkatal beobachtet werden, wenn sie sich von ihren Warten aus auf der Jagd nach Kleinsäugern befinden.
Die bekannteste und auffälligste Erscheinung unter den heimischen Vögeln stellt aber sicher der Storch dar. Dieser Sommergast zieht auf den markanten Horsten, die auf Stangen oder Rauchfängen in den Ortschaften errichtet werden, seine Jungen groß.
Der Weißstorch ist ein Weitstreckenzieher, der in Afrika südlich der Sahara überwintert.
Weißstorch
gewöhnlicher Hahn vor Weinkeller in Heiligenbrunn
 

Störche sind standorttreu und kehren jedes Jahr in das gleiche Nest zurück. Zur Nahrungssuche benötigen sie ausreichende Fläche an Feuchtgrünland und extensiv bewirtschafteten Wiesen. Diese gibt es im Naturpark in der Weinidylle noch ausreichend.

Eine Bitte haben wir noch: Wenn Ihnen ein Hahn mit seinen Hennen über den Weg läuft, und das kann Ihnen bei uns noch sehr leicht passieren, halten Sie

kurz an und lassen Sie sie passieren. Soviel Zeit muss sein, denn bei uns geht eben alles noch etwas gemütlicher zu. Ist doch schön, nicht?!

Die Lacken von Moschendorf

Die Gegend um Moschendorf zeichnet sich durch eine besondere Artenvielfalt vor allem bei Kleininsekten, wie zum Beispiel den Schrecken, aus.
In der Nähe der Ortschaft Moschendorf gibt es noch heute einige "Lacken", wechselfeuchte Senken, die von einigen sehr seltenen Pflanzen- und Tierarten bewohnt werden. Als Beispiel seien hier die ameisengroße Pfaendlers Grabschrecke (Xya pfaendleri) und die arttypisch gezeichnete Wechselkröte (Bufo viridis) angeführt.
Beide Arten leben am Erdboden, sind aber an wechselfeuchte Stellen angewiesen, die früher viel häufiger waren und heute nur noch vereinzelt vorkommen - wie zum Beispiel hier in Moschendorf.

Pfaendlers Grabschrecke
 
Wechselkröte
 

 
Naturpark in der Weinidylle

Naturparkbüro
A-7540 Moschendorf, Weinmuseum
Obmann: Bgm. Peter Schlaffer
Geschäftsf.: DI Brigitte Gerger

Tel.: +43 (0) 3324 6318
Fax: +43 (0) 3324 6318 4
mail: info@naturpark.at
Die "Entdeckungsreise"
>> Die "Entdeckungsreise" - die Besonderheiten des Naturparks auf 28 Tafeln
Die Schachblumenwiesen bei Luising
Die kulturhistorischen Besonderheiten
>> zu den kulturhistorischen Besonderheiten des Naturpark in der Weinidylle
 
Dieses Projekt wird kofinanziert aus Mitteln
der EU, Bund und Land Burgenland